Idealismus

Er ist nicht nur das naive Hinterherrennen und Sehnen nach dem Grössten.
Vielmehr das totale Geprägtsein der eigenen Welt und Wahrnehmung durch Gedankenkonstrukte.
Der hässliche Geschmack des Fleisches beim Gedanken an tierische Qualen.
Die wachsende Schönheit der Geliebten beim Überwinden paranoider Angst vor ihr.
Der Unterschied zwischen Himmel und Hölle beim perspektivistischen Betrachten der Erde.

Idealismus (abgeleitet von griechisch ἰδέα „Idee“, „Urbild“) bezeichnet in der Philosophie unterschiedliche Strömungen und Einzelpositionen, die hervorheben, daß die Wirklichkeit in radikaler Weise durch Erkenntnis und Denken bestimmt istbzw. dass Ideen bzw. Ideelles die Fundamente von Wirklichkeit, Wissen und Moral ausmachen.Im engeren Sinn wird als Vertreter eines Idealismus bezeichnet, wer annimmt, dass die physikalische Welt nur als Objekt für das Bewusstsein oder im Bewusstsein existiert oder in sich selbst geistig beschaffen ist.

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Perspektivität und Perspektivismus bezeichnen philosophische Lehren, die besagen, dass die Wirklichkeit von Standpunkt und Eigenschaften des betrachtenden Individuums abhängig ist. Das menschliche Denken, Erkennen und Handeln ist endlich, da es vielfältigen Einschränkungen unterliegt, die aus den Bedingungen von Zeit und Raum, individuellen Veranlagungen, Umgebung und Situation resultieren; beispielsweise kultureller oder gesellschaftlicher Natur sind. […]

Den Begriff der Perspektive und den zugehörigen Begriff des Standpunktes führte Gottfried Wilhelm Leibniz in die Philosophie ein. In seiner Theodizee und in seiner Monadologie ist Perspektivität eine Grundeigenschaft der einzelnen Monaden, der elementarsten Einheiten der (geistigen) Welt, mit ihren notwendig verschiedenen Standpunkten in der vorgegebenen Welt:

„Et comme une même ville regardée de differens côtés paroist toute autre et est comme multipliée perspectivement, il arrive de même, que par la multitude infinie des substances simples, il y a comme autant de differens univers, qui ne sont pourtant que les perspectives d’un seul selon les differens points de veue de chaque Monade.“

„Und wie eine und dieselbe Stadt, von verschiedenen Seiten betrachtet, jeweils ganz anders erscheint, wie sie gleichsam perspektivisch vervielfältigt ist, so kommt es entsprechend durch die unendliche Menge der einfachen Substanzen, dass es gleichsam ebenso viele Universa gibt, die jedoch nur die Perspektiven eines einzigen Universums unter den verschiedenen Gesichtspunkten jeder Monade sind.“

Dieser perspektivischen Sichtweise des Menschen gegenüber steht die angenommene göttliche Zeitlosigkeit und Allgegenwärtigkeit, die aus dieser Totalperspektive heraus zu absolutem Bewusstsein verhilft. Ein Beispiel des perspektivischen Denkens in Leibniz‘ Philosophie ist der psychophysische Parallelismus, der eine fundamentale Doppelperspektive postuliert (Leib-Seele-Problem). Wilhelm Wundt charakterisierte in seiner Gedenkrede anlässlich Leibniz‘ zweihundertsten Todestag dessen Denkstil so, wie es auch für Wundt gelten könnte: „… das Prinzip der Gleichberechtigung einander ergänzender Standpunkte“ spielt in seinem Denken eine bedeutende Rolle, Standpunkte, die „einander ergänzen, zugleich aber auch als Gegensätze erscheinen können, die erst bei einer tieferen Betrachtung der Dinge sich aufheben.“

Doch erst durch Immanuel Kant, so meint Gert König, habe der Begriff des Standpunkts eine radikalere Bedeutung erhalten, denn Kant betonte, dass die Philosophie, will sie Wissenschaft sein, den Menschen auf einen seiner menschlichen Denksituation angemessenen Standpunkt verweisen muss.

Einflussreich war der sprachphilosophische Perspektivismus Ludwig Wittgensteins. Die Sprache vollzieht sich nach „Gepflogenheiten“, die wir alle in Sprachspielen beherrschen. Sie legen fest, was Wörter bedeuten, sie bestimmen das Bezugssystem. Die uns in unserer Sprachgemeinschaft vorgegebene Sprache ist relativ zu dem Standpunkt, an dem wir uns befinden, und wir entwerfen je nach Perspektive unterschiedliche Bilder der Wirklichkeit, z.B. der philosophischen Welt oder der perspektivisch anderen, naturwissenschaftlichen oder künstlerischen Welt.

König erwähnt die von Teichmüller formulierte Position, dass alle philosophischen Systeme unter dem Gesichtspunkt der Perspektive als „projektivische Darstellungen unseres Erkenntnisinhaltes“ aufzufassen sind und zitiert Friedrich Nietzsches Aussagen in Jenseits von Gut und Böse über „das Perspektivische“ als „die Grundbedingung alles Lebens“. „Es gibt nur ein perspektivisches Sehen, nur ein perspektivisches ‘Erkennen‘; und je mehr Affekte wir über eine Sache zu Worte kommen lassen, je mehr Augen, verschiedene Augen wir uns für dieselbe Sache einzusetzen wissen, um so vollständiger wird unser ‚Begriff‘ dieser Sache, unsere ‚Objektivität‘ sein“. Ausdrücke wie Perspektive, Horizont, Standpunkt, sind charakteristisch für die von Edmund Husserl und Maurice Merleau-Ponty entworfene Phänomenologie der Wahrnehmung.

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